31.05.11 | Rödertal | SPD hat viel vor

31.05.2011
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SPD will künftig wieder mehr in den Stadt- und Gemeinderäten vertreten sein

Seit 2010 ist Astrid Lang die neue Chefin des SPD- Ortsvereins im Radeberger Land. Sie und ihre Mitstreiter haben viel vor.

Frau Lang, Sie sind seit Dezember 2010 die Vorsitzende des SPD-Ortsvereins Radeberger Land. Wie viele Mitstreiter haben Sie im Ortsverein?


Wir sind 30 Mitglieder. Das sind nicht alles Leute, die hier in der Region in den politischen Gremien sitzen. Sondern vor allem Politikinteressierte, die sich ehrenamtlich engagieren. Zuständig sind wir für Radeberg, Ottendorf-Okrilla, Arnsdorf und Wachau.

30 Mitglieder sind für so ein großes Gebiet nicht viel, oder?


Das stimmt. Aber das ist leider schon seit der Wiedervereinigung so, dass die SPD in der Region eher weniger Zuspruch hat. Wir arbeiten weiterhin daran, das zu ändern und wollen Bewährtes fortsetzen und neue Ideen verwirklichen.

Welche beispielsweise?


Wir werden unsere Veranstaltungsreihe der Radeberger Gespräche weiterführen, die aktuelle Themen aufgreift und hoffentlich viele Leute anspricht. Dann ist am 16. Juni beispielsweise der SPD-Landtagsabgeordnete Stefan Brangs zu Gast. Die Veranstaltung findet um 19.30Uhr in der „Quelle“ in Radeberg statt. In Zukunft wollen wir solche Veranstaltungen auch in den anderen Orten unserer Region anbieten. Damit wir noch mehr Menschen erreichen.

Für welche Ziele steht der SPD-Ortsverein?


Nun, als erstes wollen wir uns natürlich für die Menschen einbringen. Das geht zum einen über politische Debatten zu Themen, die den Bürgern hier wichtig sind. Da fällt mir beispielsweise die Schulproblematik in Radeberg ein. Warum soll Radeberg gezwungen werden, einen teuren Anbau an einer Schule vorzunehmen, wenn im Nachbarort eine Schule leer steht? Gerade in Zeiten leerer Kassen will mir das nicht in den Kopf! Zum anderen wollen wir aber auch Projekte in der Region unterstützen. Da sind wir zum Beispiel gerade im Gespräch mit den beiden Tschernobylinitiativen in Ottendorf-Okrilla und Radeberg. Deren Arbeit wollen wir erleichtern.

Wie wichtig ist es darüber hinaus, Nachwuchs für den Ortsverein zu finden?

Natürlich sehr wichtig. Das ist ein Punkt, der bei uns stark diskutiert wird. Da müssen wir auch ganz neue Ansätze finden, wie wir die jungen Leute für Politik, für unsere Ideen und damit für die SPD gewinnen können. Hier im Rödertal gibt es keinen Verein der Jusos. Da ist das eben etwas komplizierter.

In Dresden sind die Jusos stark vertreten. Ist das ein Problem, wenn junge Leute aus der hiesigen Region lieber dort Politik machen?

Ich glaube nicht. Die Jusos in Dresden machen eine gute Arbeit. Für uns ist es eher eine Erleichterung, junge Menschen auf dieses Angebot hinzuweisen. Trotzdem ist es dann natürlich eine Kunst, die Jusos in die Ortsverbände zu integrieren. Da müssen wir ansetzen.

Gibt es da schon erste Ideen?

Wir haben überlegt, ob man eine Veranstaltung organisiert, die vor allem junge Leute anspricht. Im Gespräch war eine LAN-Party, also eine Veranstaltung, auf der in einem Netzwerk Computerspiele zusammen gespielt werden. So hätte man zumindest schon mal den ersten Kontakt aufgebaut. Aber diese Ideen müssen noch reifen, stehen momentan noch ganz am Anfang.

Die SPD auf Bundesebene hat in den vergangenen Jahren etwas an Bedeutung eingebüßt. Spüren das auch die Ortsverbände?

Natürlich betrifft das auch uns. Als es damals negative Meinungen in der Hartz-IV-Debatte gab, war das auch hier vor Ort ein Problem, mit dem wir uns auseinandersetzen mussten. Die Wahl in Sachsen lief 2009 für die SPD auch eher schlecht. Deshalb ist es wünschenswert, wenn die SPD auf Landes- und auch auf Bundesebene wieder einen Aufwind erfährt. Das wäre eine positive Entwicklung, von der auch wir profitieren könnten.

Wenn Sie sich einen künftigen SPD-Kanzlerkandidaten wünschen dürften, wer wäre das?

Beiden, die im Gespräch sind, nämlich Frank-Walter Steinmeier und Peer Steinbrück, traue ich dieses Amt zu. Nur bin ich der Überzeugung, dass wir diese Diskussion zu diesem Zeitpunkt noch nicht führen müssen!

Welche Wünsche hätten Sie für die SPD im Rödertal?

Zum einen natürlich, dass wir wieder mehr Mitstreiter finden. Zum anderen, dass die SPD wieder stärker in den Gremien wie Stadt- und Gemeinderäten vertreten ist. Politische Mitgestaltung ist das Ziel.

Interview: Jana Mundus
Quelle: sz-online.de//Rödertal

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